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Sylvester 1985 Dubrovnik, Privatfoto
Quelle: KNOCK OUT – EINE BANKROTTERKLÄRUNG, Die Touristenfarm. Eine irische Geschichte und andere Erzählungen. Erhard Löcker Wien 2000, Seite 31
Auszüge aus:
Erinnerungen an die Stahlzeit. (Un)mögliche Fragen an Manfred Maurer, Literaturnobelpreisträger des Jahres 2069
Quelle: Was sie denken, wie sie schreiben – Junge Autoren präsentieren sich im Rheinischen Merkur. Rheinischer Merkur/ Christ und Welt. Nr. 36, 8. Sept. 1989,
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„Ich wurde am 8. November 1958 in Steyr in Oberösterreich geboren. Als ich ein Jahr alt war, starb überraschend mein Vater. Ich wuchs bei Pflegeeltern auf, die dem katholischen Proletariat angehörten. Ich wollte von klein auf mit so einem armseligen Leben nichts zu tun haben und flüchtete schon früh in die Phantasie. Gleichzeitig setzte ich mich aber auch zur Wehr. Im Alter von drei Jahren lief ich blau an und fiel bewusstlos um, wenn mich jemand auch nur schief anschaute. Deshalb wurde ich früh schon zum Psychiater gebracht. Der Psychiater schlug mir mit dem Hammer aufs Knie. Im selben Jahr wurde ich beschnitten. Ich saß wie ein räudiger Affe hinter den weißlackierten Gitterstäben meines Gitterbetts und brüllte wie am Spieß. Das Leben stellte sich mir also schon sehr früh als äußerst gefährlich und widerlich dar.“
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„Mein Werk lässt sich natürlich nicht von meinem Leben trennen. Es war mir von vornherein klar, dass ich auf irgendeinem Gebiet groß werden musste, wenn ich der Hölle entrinnen wollte. Da es mir an anderen Talenten mangelte, begann ich zu schreiben. Ich hatte ja im zarten Alter von dreizehn Jahren bereits einen Roman über die Londoner Rauschgiftszene geschrieben.“
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„Genau. Ich schrieb in realistischer Manier über das, was ich kannte. Über meine trostlose Vergangenheit, meine trostlosen Jobs, meine trostlose Umgebung. 1984 erschien der autorbiographische Roman „Sturm und Zwang“. Ein Jahre später „Land der Hämmer“. Dafür bekam ich wieder einen Preis. Für meine Verdienste um die politische und kulturelle Erziehung der österreichischen Arbeiterklasse überreichte mir der damalige Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, Anton Benya, den Josef-Luitpold-Stern-Preis. Ich war gerade sechsundzwanzig Jahre alt. Eine Dame überreichte mir einen Strauß mit fünfundzwanzig roten Nelken. Der gut hunterköpfige ÖGB-Chor schmetterte „Solidarity forever“. Das hat mir einen derartigen Schock versetzt, daß ich bis heute, also bis zu meinem 110. Geburtstag, keinen realistischen Text mehr geschrieben habe.“
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„Aber ich war wirklich postmodern, schon immer.“
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„Was ich von der Kunst erwarte? Die Kunst muß jede lebensfeindliche Kundgebung in ihr Gegenteil verkehren, sie muß die Menschen auf den richtigen Kurs bringen.“